Der Umgang mit der eigenen Privatsphäre ist in der heutigen Zeit komplizierter und zwiespältiger denn je, deswegen wollen wir unseren Kunden einen möglichst kompakten Überblick bieten.

Besonders Windows 10 ist ins Blickfeld der Datenschützer geraten, fairerweise muss man aber sagen, dass auch andere Betriebssysteme und Programme ausspähen (können). Das kann zum einen gewisse Komfortfunktionen überhaupt erst möglich machen, ermöglicht aber natürlich auch vollkommen auf den Nutzer zugeschnittene Werbung.

Vollkommener Datenschutz im Internet ist praktisch unmöglich. Dazu müsste man als Nutzer zumindest:

  • seine Mails und sonstige Kommunikation verschlüsseln,
  • auf soziale Netzwerke wie Facebook und auch Clouddienste (Google Drive, OneDrive usw.) verzichten
  • und natürlich seinem Betriebssystem völlig vertrauen können.

Auch Amazon, viele Suchmaschinen und Co wären zumindest bedenklich, denn auch dort werden Suchanfragen gespeichert und verarbeitet. So richtig praktikabel ist der Verzicht natürlich nicht. Also ist ein Mittelweg gefragt: man möchte möglichst nicht auf Komfort verzichten, aber dabei so wenig wie möglich über sich preisgeben.

Browser

Ein guter Anfang ist die Wahl des Browsers. Google Chrome könnte theoretisch Nutzer ausspähen. Konsequent wäre die Nutzung von Chromium, auf diesem Browser baut Google Chrome auf – deswegen sind beide Browser sich sehr ähnlich. Chromium ist aber freie Software und kann auf Hintertürchen überprüft werden. Auch Firefox gilt nicht als „Spion“. Passend dazu ist der Einsatz von Adblockern zu empfehlen, also Programmen, die Werbung unterdrücken. Das Addon Ghostery (Firefox, Chrome/Chromium) verhindert ebenfalls viel ungewünschten Datenverkehr.

Übrigens: es gibt eine auf den Datenschutz geprüfte Suchmaschine namens Ixquick, dort werden anonymisierte Suchergebnisse von Google präsentiert.

Virenscanner

Sogar die Wahl des Virenscanners kann einen Unterschied machen. Zum Beispiel könnte die kostenlose Version von AVG in Zukunft Nutzerdaten verkaufen und Werbung einblenden, um Einnahmen zu erzielen. Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass zumindest die Telemetrie abschaltbar und die Daten anonymisiert sein sollen. Wir empfehlen als Virenscanner unsere „Hausmarke“ G-Data.

Gerätehersteller

Selbst die genutzten Geräte selbst könnten spionieren. Beispielsweise Lenovo ist nun mittlerweile mehrere Male aufgefallen (Link auf englisch), entweder Spyware vorinstalliert oder diese sogar in die Firmware integriert zu haben. Im ersten Fall hilft eine saubere Neuinstallation von Windows, im zweiten Falle nicht: nach der Installation wird die Spyware direkt wieder in Windows eingespielt. Lösung ist nur eine „saubere“ Firmware vom Hersteller, falls dieser bereit ist, diese zu liefern. Ansonsten schafft nur der Wechsel auf ein alternatives Betriebssystem Abhilfe. Wir vertrauen unserem bevorzugten Hardwarehersteller Wortmann, keine unseriösen Praktiken zu verwenden.

Betriebssystem

Kommen wir zu einem heiklem Thema. Aktuell ist, wie bereits erwähnt, Windows 10 ins Licht gerückt und gilt als Desaster in Sachen Datenschutz. Das ist natürlich erstmal nicht falsch, allerdings sollte man bedenken, dass selbst Windows XP vor anderthalb Jahrzehnten schon nicht unbedenklich war – damals gab es schon das Programm XP-Antispy. Sich jetzt also aufzuregen ist nicht zielführend.

Auch für Windows 10 gibt es Programme, um Telemetrie und Datenklau zu vermeiden. Exemplarisch erwähnen möchten wir O&O ShutUp 10, weil es nicht installiert werden muss und sehr einfach in der Bedienung ist.

Auch gibt es alternative Betriebssysteme, in erster Linie sind Mac OSX und Linux interessant. OSX hat nur wenige Datenlecks, diese sind ohne Zusatztools abstellbar. Allerdings gibt es OSX nur auf Geräten von Apple, welche durch die Bank ziemlich kostenintensiv sind. Die gängigen Linuxdistributionen sind keine Datenschleudern und sehr sicher. Empfehlenswert ist zum Beispiel Debian. Vom sehr populären ‚Linux Mint‘ sollte man die Finger lassen, es ist sicherheitstechnisch und rechtlich zumindest nicht unbedenklich. Aber nicht jedes Gerät ist uneingeschränkt für Linux geeignet.